Spielfilm von Rudi Gaul

Deutschland 2008

106 Minuten
Uraufführung: 27.01.2009, Filmfestival Max Ophüls Preis, Saarbrücken

Ausgegrenzt von der Gesellschaft.Eingeschlossen auf engstem Raum.Wenn die Stille unerträglich wird…bis die Einsamkeit Zweifel weckt.Wenn der Terror den Alltag bestimmt……und die Bedrohung allgegenwärtig ist…bleibt nur ein Ausweg: Die Wirklichkeit beginnt in Deinen Träumen.


Die Jüdin Luisa wird während des 2. Weltkriegs von ihrem deutschen Ehemann in einer leerstehenden Münchner Dachgeschosswohnung vor dem nationalsozialistischen Terror versteckt. Ausgegrenzt von der Gesellschaft, eingeschlossen auf engstem Raum, genährt von zunehmenden Zweifeln und Ängsten verliert sich Luisa nach dem Verschwinden ihres Mannes zunehmend in ihrer eigenen Realität, in der ihr allein die Schauspielerin und Widerstandskämpferin Judith als einziger menschlicher Kontakt zur Seite steht. Sie begleitet Luisa auf eine geheimnisvolle Reise aus der brutalen Wirklichkeit in eine poetische Welt der Sehnsüchte und Abenteuer…


Das Zimmer im Spiegel erzählt seine Geschichte in stilisierten Bildern, die an die Technicolor-Farben der Melodramen aus den 50er Jahren erinnern und schafft so einen ästhetisierten Kunstraum, in dem Realität und Traum fließend ineinander übergehen. So wie die Jüdin Luisa im Dritten Reich als Ausgestoßene nicht mehr Teil der deutschen Alltagsrealität ist, so sind auch die Bilder, die Luisas Versteck lebendig werden lassen, eher Spiegel ihrer Sehnsüchte, Träume und Ängste als eine Visualisierung der historischen Realität.

 

Die satten Farben und das stilisierte Dekor erscheinen untypisch für einen Film über das Schicksal einer Jüdin im Dritten Reich. Sie verweisen vielmehr auf das Kino der 50er, dessen Leinwandhelden sich von der Auseinandersetzung mit der politischen Realität weg auf die Suche nach dem privaten Glück begeben– so wie sich auch Luisa, abgeschottet von der Wirklichkeit, in eine artifizielle Kunstwelt flüchtet, die schließlich tragischerweise jeden Bezug zur Wirklichkeit verliert.

 

Festivalteilnahmen:

 

30. Filmfestival Max Ophüls Preis 2009

5. Festival des deutschen Films 2009

3. Fünf Seen Filmfestival 2009

33. Mostra del Cinema, Sao Paulo 2009


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